Naturkosmetik Siegel
Wir haben die wichtigsten Siegel, die für Naturkosmetik und Biokosmetik auf dem deutschen Markt sind, für Sie zusammengefasst.
BDIH
Der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V. (BDIH) ist eine 1951 gegründete Vereinigung von Herstellern und Vertriebsunternehmen mit Sitz in Mannheim. Der BDIH ist im Europäischen Verband der Hersteller von Gesundheitsprodukten (EHPM) organisiert, sowie Mitglied im Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL).
Im Bereich Naturkosmetik arbeitet der BDIH seit sechs Jahren mit Europäischen Naturkosmetik-Verbänden und Zertifizierungsunternehmen zusammen. Im November 2008 wurde erstmals gemeinsam eine Harmonisierung der unterschiedlichen nationalen Standards für Natur- und Biokosmetik erzielt. Der BDIH hat damit seinen Standard auch für die Zukunft als Basis eines internationalen Erkennungszeichens für Hersteller und Verbraucher gesichert.
Kriterien
1. Pflanzliche Rohstoffe
Die Pflanzliche Rohstoffe müssen so weit wie möglich aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.
2. Tierische Rohstoffe und Tierschutz
Tierische Rohstoffe
Der Einsatz tierischer Rohstoffe von lebenden Tieren (z.B. Milch, Honig) ist gestattet. Rohstoffe von toten Wirbeltieren (z.B. Nerzöl, tierische Fette) ist nicht gestattet.
Tierversuche und Endprodukte
Tierversuche dürfen weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden.
Tierversuche und Rohstoffe
Rohstoffe, die vor dem 01.01.1998 noch nicht im Markt vorhanden waren, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie nicht im Tierversuch getestet worden sind. Außer Betracht bleiben hierbei Tierversuche, die durch Dritte durchgeführt wurden, die weder im Auftrag noch auf Veranlassung des Auftraggebers gehandelt haben, noch mit diesen gesellschaftsrechtlich verbunden sind.
3. Mineralische Rohstoffe
Der Einsatz anorganischer und mineralischer Salze, Säuren und Laugen (z.B. Magnesiumsulfat, Natriumchlorid) ist grundsätzlich gestattet. Ausnahmen siehe Punkt 5.
4. Erlaubte Herstellungsprozesse
Für die Herstellung von Naturkosmetika sind neben physikalischen Verfahren (z.B. Extraktion mit Wasser, pflanzlichem Alkohol, Kohlensäure, pflanzlichen Fetten und Ölen) auch enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, wie sie in der Natur vorkommen.
Naturstoffen wie Fette, Öle und Wachse, Zucker, Stärke, Cellulose, Eiweiße, Polysaccharide, Vitamine dürfen durch Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung oder sonstigen Spaltungen und Kondensationen gewonnen werden.
5. Nicht erlaubte Stoffe
– organisch-synthetische Farbstoffe
– synthetische Duftstoffe
– ethoxilierte Rohstoffe
– Silikone
– Paraffine und andere Erdölprodukte
6. Konservierung
Neben natürlichen Konservierungssytemen dürfen folgende naturidentischen Konservierungsmittel verwendet werden:
– Benzoesäure und ihre Salze
– Salicylsäure und ihre Salze
– Sorbinsäure und ihre Salze
– Benzylalkohol
Beim Einsatz dieser Konservierungsstoffe ist der Zusatz: "Konserviert mit ... [Name des Konservierungsstoffes]" erforderlich.
7. Riechstoffe
Zugelassen sind natürliche Riechstoffe und biotechnologisch gewonnene Riechstoffe.
8. Radioaktive Bestrahlung
Die Behandlung von pflanzlichen und tierischen Rohstoffen und der Endprodukte mit ionisierenden Strahlen ist nicht zulässig.
Mehr Informationen zum BDIH finden Sie unter dem Link: www.kontrollierte-naturkosmetik.de
ECOCERT
Ecocert ist ein international tätiger, unabhängiger Kontrollverband im Umweltbereich, mit Hauptsitz in Frankreich. Seit 2002 prüft Ecocert auch Kosmetikprodukte auf ökologische und biologische Qualität und hat dafür zwei Labels mit eigenen Kriterien entwickelt:
Label „Biologische Kosmetik“
- mindestens 95 Prozent der gesamten Inhaltsstoffe haben natürlichen Ursprung
- mindestens 5 Prozent der gesamten Inhaltsstoffe stammen aus biologischem Anbau
- mindestens 50 Prozent der eingesetzten pflanzlichen Stoffe stammen aus biologischem Anbau
Label „Ökologische und Biologische Kosmetik"
- mindestens 95 Prozent der gesamten Inhaltsstoffe haben natürlichen Ursprung
- mindestens 10 Prozent der gesamten Inhaltsstoffe stammen aus biologischem Abnau
- mindestens 95 Prozent der eingesetzten pflanzlichen Stoffe stammen aus biologischem Anbau
Einige weitere Kriterien
- keine synthetischen Farb- und Duftstoffe, Fette, Öle, Silikone und Erdölprodukte
- Keine Tierversuche mit dem fertigen Produkt
- Einsatz tierischer Rohstoffe nur von lebenden Tieren
- zur Konservierung sind nur bestimmte Stoffe erlaubt
- keine genmanipulierten Rohstoffe
- keine radioaktive Bestrahlung zur Entkeimung von Rohstoffen und Produkten
Mehr Informationen zu den ECOCERT Standards finden Sie unter dem Link: www.ecocert.com
NaTrue
NaTrue ist eine internationale Kosmetikvertretung, in der sich führende Naturkosmetikhersteller zusammengeschlossen haben, um sicherzustellen, dass Naturkosmetik auch in Zukunft höchsten Ansprüchen genügt.
Das NaTrue-Siegel unterscheidet in drei Stufen zwischen Naturkosmetik und Biokosmetik. Die erste Stufe definiert hochwertige Naturkosmetik. Sie ist die Grundlage aller NaTrue-zertifizierten Produkte.
Echte Naturkosmetik - NaTrue-Siegel mit einem Stern
Es definiert, welche Inhaltsstoffe erlaubt sind und welche Verfahren zu ihrer Verarbeitung eingesetzt werden dürfen. Es gelten strenge Höchst- und Mindestgehalte nach Produktkategorie.
Naturkosmetik mit Bioanteil - NaTrue-Siegel mit zwei Sternen
Es gelten die Kriterien des NaTrue-Siegels mit einem Stern, sowie darüber hinaus:
- höhere Mindestgehalte an unveränderten Naturstoffen
- mindestens 70 % der enthaltenen Naturstoffe müssen aus kontrolliert biologischer Erzeugung stammen
Echte Biokosmetik – NaTrue-Siegel mit drei Sternen
- noch höhere Mindestgehalte an unveränderten Naturstoffen
- mindestens 95% der enthaltenen Naturstoffe müssen aus kontrolliert biologischer Erzeugung stammen
Mehr Informationen zu NaTrue finden Sie unter dem Link: www.natrue-label.de
